Zur Theorie gehört vor allem die Praxis – und so testeten in einer Kreisübung insgesamt 53 Einsatzkräfte aus den Jugendfeuerwehren Anger, Aufham, Piding und Gastgeber Ainring am Donnerstagabend im Hammerauer Ortsteil An der Straß. Angenommen war ein Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens. Neben dem Löschangriff des – so laut Übungsplan - in Flammen stehenden Wohngebäudes bestanden auch die Hauptaufgaben sowohl die Wiederkehr, den Viehstall, wie weitere benachbarte Anwesen zu schützen. Gefordert war schnelle Schlauchlegung vom Hydranten sowie zusätzliche Wasserzufuhr per Schlauchleitung vom rund 250 Meter entfernten Wiesbachl.
Wichtiges Kriterium der Übung bildete vor allem auch die reibungslose Zusammenarbeit unter den jeweiligen Jugendfeuerwehren und die richtige Umsetzung von Anweisungen der Abschnittsleiter Hubert Dießbacher (Piding), Daniel Pickl (Anger und Aufham) und Martin Eschlberger (Ainring). Das Hauptkommando führte Ainrings Feuerwehr-Jugendwart Florian Reiter, der die Übung im Detail ausgearbeitet hatte. Er fand in Karl Huber, selbst über 30 Jahre aktiv bei der FFW Ainring, einen Fürsprecher, indem dieser für die Übung sein landwirtschaftliches Anwesen als „Brandobjekt" zur Verfügung stellte.
Nach der Alarmierung um 19 Uhr trafen in kürzester Zeit acht Löschfahrzeuge einschließlich Drehleiter 18/12 ein. Und dann ging´s gleich flugs Hand in Hand bis zum „Wasser marsch" voran. Natürlich wurde vorrangig nur das Dach der westseitigen Maschinenhalle und die dortige Wiese sowie die Obstbäume nordöstlich als angenommene Abschirmung der Nachbargebäude „eingewässert". Die Drehleiter positionierte man speziell im Osten beim Wohngebäude. Vom Rettungskorb aus luftiger Höhe wurde das Wenderohr zur „Brandbekämpfung" eingesetzt. Bei allem Übungsernst fehlte nicht der Spaß, denn die Aktiven der Jugendfeuerwehren im Alter zwischen 12 und 18 Jahren bespritzten sich kräftig auch mal gegenseitig. Solche Duschen – zumal angenehme Außentemperaturen herrschten - sind schon mal geduldet, wenn vorher die Aufgaben zur Zufriedenheit erfüllt werden.
So konnte Einsatzleiter Florian Reiter bei der Abschlussbesprechung nach einem Willkommensgruß ein erfreuliches Fazit ziehen und verglich den Übungsablauf mit den drei Vorrundenspielen der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika: Euphorischer Beginn, leichte Stagnation, aber wenn`s drauf ankommt, „kann man sich voll und ganz auf euch verlassen". Dank galt Karl Huber und seiner Familie für die Bereitschaft die Objekte zur Übung zur Verfügung zu stellen sowie für die gespendeten Getränke an alle Beteiligten. Auch gab es genügend Wurst- bzw. Käsesemmeln zur kleinen Stärkung.
Kreisbrandinspektor Stefan Pfnür und Kreisjugendwart Hans Grabner sprachen sich anerkennend über den flotten und wirkungsvollen Einsatz der Jugendfeuerwehrler aus. Die Übung sei so reibungslos abgelaufen, „wie wir uns das vorgestellt hatten". Gelobt wurde der Eifer, das Engagement und man hoffe, dass alle weiterhin so couragiert weitermachen. Nach dem Überwechseln in die Aktivenmannschaft werde die Verantwortung noch zwangsläufig zunehme, denn es gelte die in der Jugendfeuerwehr erlernte Grundbasis bei Ernsteinsätze verantwortlich umzusetzen. Ein Dank galt Ainrings Jugendwart Florian Reiter und allen, die im Hintergrund zum Gelingen der Übung mitarbeiteten.
Zu den interessierten Zuschauern an der Einsatzübung gehörte unter anderem Ainrings Feuerwehrkommandant Martin Waldhutter junior, der, obwohl nicht in Feuerwehrklamotten, auch mal helfend hier und da mitwirkte.