Bisher waren in Bayern die Bereiche Feuerwehr und Rettungsdienst grundsätzlich streng getrennt. Zudem gab es für medizinische Notfälle die schlecht zu merkende Notrufnummer 19222, die zudem aus dem Mobilfunknetz mit Ortsvorwahl zu wählen war. Unter der Notrufnummer 112 konnten Sie bisher schon die Feuerwehr verständigen, landeten aber bei der Polizeieinsatzzentrale in Rosenheim, da für den Landkreis Berchtesgadener Land keine eigene Feuerwehreinsatzzentrale existierte. Der Polizeibeamte musste den Notruf aufnehmen und erneut telefonisch an die Erstalarmierungsstelle weitergeben. Das bedeutete im Ernstfall einen Zeitverzug.
Der Bayerische Landtag hat am 11.07.2002 u. a. aufgrund dieser Tatsachen das „Gesetz zur Einführung Integrierter Leitstellen“ beschlossen. Ziel des Gesetzes ist, dass künftig die Notrufnummer 112 auch für den Rettungsdienst genutzt werden soll. In ganz Bayern werden derzeit flächendeckend INTEGRIERTE LEITSTELLEN (ILS) eingerichtet, in denen die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst zusammengeführt wird. Dadurch können bei einem Brand oder medizinischen Notfall schnell und gezielt die Einsatzkräfte alarmiert werden, die am besten helfen können und am schnellsten vor Ort sind. In den Integrierten Leitstellen arbeiten qualifizierte Mitarbeiter mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik und tragen damit zu Ihrer Sicherheit bei.
Was ist neu?
In unserem Landkreis erreichen Sie ab dem 17.06.2010 die Feuerwehr und den Rettungsdienst ohne Ortsvorwahl unter der gebührenfreien Notrufnummer 112 – sowohl aus dem Festnetz als auch über Mobilfunk. Menschen, die eine Sprach- oder Hörbehinderung haben, können unter der Notrufnummer 112 ein Notruf-Fax an die Integrierte Leitstelle senden.
Was geschieht, wenn Sie die 112 wählen?
Sie werden mit der Integrierten Leitstelle in Traunstein verbunden. Dort nimmt ein Mitarbeiter Ihren Notruf entgegen, egal ob Sie die Feuerwehr, einen Rettungswagen oder einen Notarzt benötigen. Abgestimmt auf den Notfall wird er Ihnen schnellstmöglich Hilfe schicken und Sie beraten. Egal ob Unfall, medizinischer Notfall oder Brand, mit der Rufnummer 112 landen Sie immer bei der zuständigen Integrierten Leitstelle. Nur so wird Ihnen ohne zeitlichen Verzug die Hilfe gewährt, die Sie brauchen.
Der richtige Notruf (die fünf „W“)
1. WER meldet? Nennen Sie Ihren Namen, Ihren Standort und Ihre Telefonnummer für Rückfragen.
2. WO ist das Ereignis? Geben Sie den Ort des Ereignisses so genau wie möglich an (z. B. Stadtteil, Straße, Hausnummer, Stockwerk, Besonderheiten wie Hinterhöfe, Straßentyp, Fahrtrichtung, Kilometerangaben an Straßen, Bahnlinien oder Flüssen).
3. WAS ist geschehen? Beschreiben Sie knapp das Ereignis und das, was Sie konkret sehen (z. B. Brand, Explosion, Einsturz, Zusammenstoß, Absturz etc.).
4. WIE VIELE Betroffene? Schätzen Sie die Zahl der betroffenen Personen, ihre Lage und die Verletzungen.
5. WARTEN auf Rückfragen! Legen Sie nicht gleich auf, der Mitarbeiter in der Leitstelle benötigt von Ihnen vielleicht noch weitere Informationen.
Weitere Informationen
Mehr zu den Themen Notruf 112 und Integrierte Leitstellen erfahren Sie im Internet auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums des Innern. Dort finden Sie auch einen Vordruck für ein Notruf-Fax:
Vom Innenministerium wurde ein Faltblatt erstellt, das in Kürze bei den Gemeinden aufliegt. In diesem Faltblatt finden Sie einen Aufkleber mit den Notrufnummern, den Sie auf Ihrem Telefon anbringen können.
Kurzinfo zur Integrierten Leitstelle Traunstein
Die ILS Traunstein befindet sich in 83278 Traunstein, Gewerbepark Kaserne 15a, insgesamt 27 hauptamtliche Mitarbeiter; tagsüber mit ca. 5-6 Personen, in der Nacht mit ca. 2-3 Personen ständig besetzt, zuständig für die vier Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein auf einer Fläche von 3.748 km², ca. 493.000 Einwohner, 105 Kommunen, 216 Feuerwehren, pro Jahr werden ca. 8.000 Feuerwehreinsätze und etwa 60.000 Rettungsdiensteinsätze disponiert und begleitet. Die grundsätzlichen Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeiter sind die Ausbildung zum Rettungsassistenten und zusätzlich Hauptbrandmeister, sowie ein ergänzender Leitstellenlehrgang. - Näheres hierzu auch auf www.ils-traunstein.de