Einsatzübung in Weng GrößeBrände im Außenbereich mit geringer Bebauung stellen sich sehr oft als schwierig für die Feuerwehr dar, da in der Regel mit einer für größere Brände ungünstigen Löschwasser-versorgung zu rechnen ist. Diese Problematik stellt sich auch in der Gemeinde Ainring am Bespiel der Ortschaft Weng, da der örtliche Wasserversorger nur etwa 330 ltr/min Löschwasser aus dem Trinkwassernetz zur Verfügung stellen kann. Im Rahmen der Baugenehmigung für ein neues Gebäude für die Golfanlage, wurde der Bauwerber angehalten die Löschwasserversorgung für den Objektschutz zu verbessern. Hierbei wurde zwischen dem Betreiber der Golfanlage und der Feuerwehr eine ungewöhnliche aber effektive Lösung gefunden. Die für die Bewässerung verlegte Verrohrung zur Wasserversorgung des Golfplatzes kann im Brandfall mittels eines Hydranten zur Brandbekämpfung genutzt werden. Diese Lösung bringt zusätzlich etwa 800 ltr/min an Löschwasser.
Im Rahmen einer Übung wurde nun überprüft, ob die Erstversorgung an Löschmittel im Brandfall ausreichend ist. Der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Ainring Herbert Eschlberger arbeitete hierzu mit dem Besitzer Josef Abfalter eine dementsprechende Übung aus. Angenommen war ein Brand des „Veranstaltungsstadels“ der bei Eintreffen der ersten Kräfte bereits in Vollbrand stand.
An dieser Übung nahmen neben der örtlich zuständigen Feuerwehr Ainring auch die Feuerwehren aus Weildorf und Freilassing teil. Als Einsatzleiter fungierte Johann Waldhutter jun. der die Kräfte aus Weildorf und Ainring zur Sicherung der angebauten Gebäudeteile sowie der umliegenden Bebauung einteilte. Hierzu wurde die Löschwasserversorgung aus der örtlichen Löschwasserversorgung sowie aus der Bewässerungsanlage für das Golfareal genutzt. Im Innenangriff unter Atemschutz durch mehrere Trupps wurde der Gebäude der Golfanlage gesichert.
Um die Versorgung für eine notwendige umfassende Brandbekämpfung sicherzustellen, rückte die Feuerwehr Freilassing mit dem Löschzug Wasserförderung an. Bei dieser Übung wurde erstmals der neue Schlauchwagen aus Freilassing, der 2000 Meter Schlauchmaterial mitführt und das Verlegung einer langen Versorgungsleitung in kurzer Zeit ermöglicht. Zeitnah konnten somit zwei parallel verlaufende Versorgungsstrecken aus einem etwa 800 Meter entfernten Weiher verlegt werden, um für ausreichend Löschwasser zu sorgen.
Eine Einsatzleitstelle mit dem Führungsfahrzeug der Feuerwehr Ainring wurde am Ortseingang eingerichtet, ebenso eine für einen Brandfall dieser Größe notwendige Atemschutzlogistikstelle.
Die Übung wurde beobachtet von Kreisbrandinspektor Heinrich Waldhutter sowie dem Kreisbrandmeister für Ausbildung Walter Niederbauer. In der Abschlussbesprechung wurde das schnelle und gut organisierte Handeln aller Beteiligten gelobt, ehe die gut 70 Wehrmänner und – Frauen wieder einrücken konnten.
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