Nachdem gegen 16 Uhr das Dach der Eislaufhalle in Bad Reichenhall eingestürzt war, wurde auch die Feuerwehr Ainring zum Einsatzort gerufen. Benötigt wurde die Wärmebildkamera zur Suche der vermissten Personen. Das Dach war bei einem regulären Puplikumslauf eingestürzt, zur Zeit des Einsturzes befanden sich ca. 50 Personen, vor allem Familien mit Kindern, in der Halle. Vermutlich durch den schweren, nassen Schnee, der in den Vorstunden gefallen war, gab die Dachkonstruktion nach. Sofort wurden alle verfügbaren Rettungskräfte von Feuerwehr, THW, Roten Kreuz, Malteser, Bergwacht, Wasserwacht, Polizei und Suchhundestaffeln, auch österreichische Einsatzkräfte zum Einsatzort gerufen. Insgesamt waren ca. 700 Rettungskräfte im Einsatz. Gegen 16.50 Uhr wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Auch die Bundeswehr kommt dadurch zum Einsatz. Sechs schwere Kräne wurden angefortert, die die Dachkonstruktion halten, damit der Trümmerberg nicht weiter abrutschen kann. Bislang wurden über 30 zum Teil schwer verletzte Personen und elf Todesopfer aus der Halle gerettet bzw. geborgen. Unter den Trümmern werden immer noch einige Personen vermisst. Die Suche der Vermissten gestaltet sich sehr schwierig, weil erst die Schneemassen und dann die Dachteile entfernt werden müssen, um zu den Personen zu gelangen. Hinzu kommt noch starker Schneefall die ganze Nacht über. Die Suche ist auch ein wettlauf mit der Zeit, da die Vermissten schon seit Stunden den kalten Temperaturen ausgesetzt sind und dazu liegen diese auf dem kalten Eisboden. Die Feuerwehr Ainring unterstützte die Rettung mit dem Einsatz der Wärmebildkamera, mit dieser die Vermissten aufgrund des Temperaturunterschiedes der Personen mit der Umgebungstemperatur schnell gefunden werden könnten. Außerdem wurde noch bis ca. 6 Uhr ein Teil der Schneemassen aus der Halle geschaufelt und Teile der Dachkonstruktion mittels Trennschleifer und Motorsäge zerteilt und ebenfalls aus der Halle gebracht. Die weitere Vermisstensuche und die Suche nach der tatsächlichen Ursache wird vermutlich noch einige Tage bzw. Wochen andauern.
Im Einsatz: ELW 1
Nachtrag, 04.01.06 18 Uhr: Die Bergungsarbeiten in der Eislaufhalle laufen immer noch auf Hochtouren. Inzwischen wurden 14 Opfer tot aus den Trümmern geborgen. Die meisten davon sind Kinder. Somit gilt noch eine Person als vermisst, nach der intensiv gesucht wird. Eine Spezialfirma aus dem Raum Rosenheim hat inzwischen erste Bauteile entfernt, somit wird die Suche nach Vermissten erleichtert. Kriseninterventionsteams betreuen die Angehörigen der Opfer aber auch die Rettungskräfte. Diese werden jedoch durch ein mögliches weiteres Einstürzen der Halle gefährdet. Die Feuerwehr Ainring wird morgen ab 6 Uhr wieder am Einsatzort eintreffen, um die erschöpften Einsatzkräfte der Nacht abzulösen.
Ein Trauergottesdienst findet am Dienstag, 10.01.06 um 18 Uhr in Bad Reichenhall statt.
Weitere Berichte gibt es auch auf der Seite des BRK, PD Traunstein, KFV, Feuerwehr Berchtesgaden
Kondolenzbuch der Stadt Bad Reichenhall